CellCube-Batteriespeicher erhöht die Eigenstromnutzung und unterstützt die Prozesssicherheit am Standort Bochum
Die Energieversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der betrieblichen Infrastruktur der Nagel-Group. Wie sich dies konkret in Maßnahmen vor Ort zeigt, verdeutlicht der Standort in Bochum. Um den selbst produzierten Strom der Dach-Photovoltaikanlage im Ruhrgebiet umfänglicher nutzbar zu machen, wurde die Infrastruktur vor Ort um ein wichtiges Element erweitert: Vanadium.
Seit 2020 befindet sich auf den Dächern der Niederlassung eine der größeren Dach‑PV‑Anlagen im Ruhrgebiet (Stand: 09.2026). Rund 8.000 Module bedecken hier eine Fläche von 13.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Der Rasen des Bochumer Ruhrstadions ist mit gut 7.000 Quadratmetern nur etwas mehr als halb so groß. Die Anlage produziert pro Jahr bis zu 2 Millionen Kilowattstunden.
Wirklich vor Ort genutzt werden konnte der Strom bislang aber nur teilweise. Während sich die Kühlanlage und die batterieelektrischen Lkw bei Sonnenschein an der Energie bedienen konnten, war man nachts oder zu Lastspitzen weiterhin verstärkt auf externe Quellen angewiesen. Gleichzeitig wurde bei optimalen Wetterbedingungen mehr Strom produziert, als verbraucht werden konnte. Die Eigennutzungsquote lag im Schnitt (Stand 2025) bei rund 60 Prozent, der Rest musste ins Netz eingespeist werden.
Der am Standort Bochum installierte Redox-Flow-Batteriespeicher von CellCube soll künftig in Kombination mit dem neuen Energiemanagementsystem die Eigennutzung des vor Ort produzierten Solarstroms steigern.

Der am Standort Bochum installierte Redox-Flow-Batteriespeicher von CellCube.
Eigennutzung und Energiemanagement im Fokus
Um die Nutzung des vor Ort erzeugten Solarstroms zu erhöhen, sollte an der Niederlassung ein Batteriespeicher installiert werden. Eine besondere technische Anforderung des Projekts war dabei die bedarfsgerechte Steuerung von Lade- und Entladevorgängen im laufenden Logistikbetrieb. Nach längerer Recherche und umfassenden Gesprächen wurde mit einem österreichischen Anbieter ein geeigneter Kooperationspartner für das Projekt gefunden.
Das Unternehmen CellCube Energy Storage arbeitet vor den Toren Wiens seit mehr als 25 Jahren an einer neuen, leistungsfähigen Energiespeicherlösung. Die Funktion der sogenannten Redox-Flow-Batterien ist schnell erklärt: Als Speichermedium lagern Elektrolyte in zwei voneinander getrennten Tanks. In separaten Kreisläufen werden sie durch eine Zelle gepumpt, in der dann gespeicherte Energie bedarfsgerecht als elektrische Energie bereitgestellt wird. „Der von uns verwendete Vanadium-Elektrolyt wird aus Nebenprodukten der Stahlindustrie recycelt. Es ist nicht brennbar, wiederverwendbar und enthält keine seltenen Erden, was einen erheblichen Umweltvorteil gegenüber herkömmlichen Batteriesystemen darstellt.“, erklärt Christoph Stelzer, COO der CellCube Energy Storage GmbH, die Vorzüge der Vanadium-Flow-Technologie.
Dieser Aufbau hat aber noch weitere entscheidende Vorteile. Die Speicherkapazität hängt von der Größe der Tanks ab, während die Leistungsfähigkeit durch die Größe der Zelle bestimmt wird. Dadurch lassen sich Energie- und Leistungsbedarf unabhängig voneinander skalieren und exakt an die jeweiligen Anforderungen anpassen. Die Energie kann flexibel gespeichert und über eine Entladedauer von 4 bis mehr als 24 Stunden gezielt bereitgestellt werden. Dank einer Lebensdauer von rund 30 Jahren mit mehr als 30.000 Ladezyklen ist der Speicher somit ideal für den täglichen Einsatz an der Bochumer Niederlassung der Nagel-Group geeignet.
Vorausschauende Planung
Seit Juli 2025 ergänzt ein Redox-Flow-Speicher die Energieinfrastruktur am Standort Bochum. Ziel ist es, den Anteil des lokal erzeugten Solarstroms am Eigenverbrauch zu erhöhen und Lastspitzen gezielt zu steuern. Eine Herausforderung blieb: „Mit dem Batteriespeicher wollen wir die Stromaufnahme und -abgabe noch effizienter steuern“, schildert Sven Budde, Technischer Leiter der Nagel-Group am Standort Bochum. „Die Sonne scheint nicht immer über dem Ruhrgebiet und wir haben teils starke Lastschwankungen. Um Spitzen vorzubeugen, müssen wir vorausplanen können“, so Budde weiter. Gemeinsam mit CellCube und der Solar-E-Technik Hamm GmbH wurde deshalb eine Anwendung entwickelt, die genau das steuerbar machen soll.
Das Energiemanagementsystem ging im Dezember 2025 in Betrieb und wurde gemeinsam mit dem installierten Batteriespeicher auf die standortspezifischen Anforderungen abgestimmt. Ziel ist es, den lokal erzeugten Solarstrom besser in die Versorgung einzubinden und Prozesse planbarer zu gestalten. Die Lösung unterstützt zudem eine gleichmäßigere Lastverteilung und bietet eine Notstromfunktion für definierte Anwendungsfälle.
Erfahrungen aus dem Projekt
„Die Logistik ist ein energieintensiver Wirtschaftszweig. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Strom ist nicht nur von hoher ökologischer, sondern auch von betriebswirtschaftlicher Bedeutung. Mit dem Redox-Flow-Batteriespeicher von CellCube ergänzt die Nagel-Group die Energieinfrastruktur am Standort Bochum“, erklärt André Pleines, Executive Director Real Estate der Nagel-Group.
Logisch also, dass der erfolgreiche Abschluss dieses Projektes weitere Maßnahmen nach sich zieht. Zum einen wird die PV-Dachanlage in Bochum aktuell bereits erweitert, wodurch die maximale Leistung nochmal um 1.200 Kilowatt steigt. Zum anderen soll das Erfolgsmodell aus dem Ruhrgebiet in Zukunft auch an anderen Standorten umgesetzt werden. Der Startschuss für Projekte an den Niederlassungen in Hamburg und Schweitenkirchen ist bereits gefallen.
aktualisiert am 22.09.2026

