Spurwechsel: Vom Schreibtisch ans Steuer
12.06.2026. Lena Gerlach hat bei der Nagel-Group einen besonderen Weg eingeschlagen. Seit 2019 ist sie Teil der Nagel-Group und kennt die Logistik aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Durch ihre kaufmännische Tätigkeit weiß sie ziemlich genau, was im Hintergrund passiert, bevor ein LKW überhaupt losfährt. Heute ist sie selbst unterwegs: Seit März 2026 sitzt Lena hinter dem Steuer eines LKW und arbeitet als Berufskraftfahrerin.
Ihr Weg zeigt, wie vielfältig Entwicklung innerhalb der Nagel-Group aussehen kann. Gleichzeitig ist ihr Wechsel in den gewerblichen Bereich etwas Besonderes, denn der Beruf der Berufskraftfahrerin gilt noch immer als männerdominiert. Im Interview erzählt Lena, warum sie diesen Schritt gegangen ist, was sie an ihrem neuen Job liebt und was sie anderen Frauen mitgeben möchte.

Lena Gerlach, Berufskraftfahrerin bei der Nagel-Group
Erst hinter den Kulissen, heute selbst am Steuer
Seit wann bist du bei der Nagel-Group und wie sah dein bisheriger Weg im Unternehmen aus?
Ich bin seit August 2019 bei der Nagel-Group. Gestartet bin ich mit meiner Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung, die ich erfolgreich auf zweieinhalb Jahre verkürzen konnte.
Danach war ich erst in der Ladehilfsmittel-Abteilung und später in der Fahrerabrechnung tätig. Seit Februar 2026 bin ich nun Berufskraftfahrerin.
Was hat dich dazu bewegt, deinen bisherigen Weg zu verändern und in den gewerblichen Bereich zu wechseln?
Es war immer ein Traum von mir, einmal selbst hinter dem Steuer eines 40-Tonners zu sitzen.
Der Wunsch ist durch meine Zeit bei der Nagel-Group immer stärker geworden. Ich habe viele Abläufe in der Logistik schon lange mitbekommen, nur eben eher hinter den Kulissen. Dazu kam, dass mein Freund selbst in diesem Bereich arbeitet und ich durch ihn immer wieder Einblicke in den Fahreralltag bekommen habe. So ist mein Interesse am Fahren immer weiter gewachsen.
Irgendwann war für mich klar: Ich möchte diesen Weg selbst gehen und Berufskraftfahrerin werden.
Ankommen in der neuen Rolle
Wie wurdest du auf dem Weg zur Berufskraftfahrerin von der Nagel-Group unterstützt?
Die Nagel-Group hat mich auf meinem Weg zur Berufskraftfahrerin vor allem finanziell beim Führerschein unterstützt. Auch die Einarbeitung ins Team und in den neuen Arbeitsalltag lief sehr gut. Mein Fahrertrainer war dabei eine große Hilfe. Mit ihm habe ich einen sehr guten Ansprechpartner an meiner Seite, der mich von Anfang an unterstützt hat. Er hat mir viel erklärt, mir Sicherheit gegeben und mir geholfen, Schritt für Schritt in die neue Aufgabe hineinzuwachsen.
So sieht Lenas Alltag heute aus
Wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus?
Mein Arbeitsalltag ist ziemlich abwechslungsreich. Morgens komme ich zur Arbeit und hole mir zuerst die Papiere für meine Tour ab. Danach mache ich die Abfahrtskontrolle und fahre los, um meinen Auflieger aufzusatteln. Anschließend geht es zum Kunden.
Beim Kunden lade ich die Ware ab, sortiere meine Unterlagen und kläre, welchen Abholer ich danach fahren soll. Meistens fahre ich dann zu einem Abholkunden und tausche dort den Auflieger. Meine Pause plane ich so ein, wie es am besten in die Tour passt.
Wenn ich wieder in Groß-Gerau ankomme, geht es je nach Ware an die Rampe. Danach mache ich meine Papiere fertig und rechne sie in der Fahrerabrechnung ab. Oft kommt dann noch eine Abholung dazu. Genau diese Mischung aus Fahren, Planen und eigenständigem Arbeiten macht den Alltag spannend.
Genau der richtige Schritt
Was hat dich auf deinem Weg zur Berufskraftfahrerin besonders gefordert und woran bist du gewachsen?
Am meisten gefordert hat mich die Anfangszeit. Viele wollten mir automatisch helfen, was natürlich gut gemeint war, aber es hat mich teilweise eher nervös gemacht, weil ich die Dinge selbst lernen und ein Gefühl dafür entwickeln wollte.
Außerdem bin ich oft perfektionistisch. Ich wollte alles direkt gut machen und habe mich damit selbst etwas unter Druck gesetzt. Auch der Führerschein und das Lernen dafür waren anspruchsvoll. Man muss schon etwas dafür tun, wenn man diesen Weg gehen möchte.
Mit der Zeit wurde das besser. Ich habe gemerkt, dass ich immer sicherer werde und dass man in diesen Beruf wirklich reinwächst.
Wenn du heute auf deinen Wechsel zurückblickst: Hat sich deine Erwartung erfüllt?
Auf jeden Fall. Es war absolut die richtige Entscheidung!
Ich freue mich tatsächlich jeden Tag auf die Arbeit. Und genau daran merke ich, dass ich für mich den richtigen Weg gewählt habe.
Was liebst du an deinem Job?
Was ich besonders liebe, ist das Fahren selbst. Es macht mir unglaublich viel Spaß, mit einem so großen LKW auf den Straßen unterwegs zu sein. Ich liebe auch die Ruhe und dass ich während der Arbeit viel für mich bin. Ich habe meine Tour, meine Aufgaben und bin unterwegs.
Dazu kommen die überraschten Blicke anderer Verkehrsteilnehmer. Damit rechnen viele anscheinend nicht direkt.
Lenas Botschaft an andere Frauen
Die Logistik, insbesondere der Beruf der Berufskraftfahrerin, gilt noch oft als männerdominiert. Was würdest du anderen Frauen sagen, die überlegen, einen ähnlichen Weg einzuschlagen?
Ich würde anderen Frauen sagen: Wenn du Lust darauf hast, mach es auf jeden Fall!
Man sollte versuchen, über das hinwegzustehen, was andere vielleicht denken könnten. Ich habe mich davon auch nicht aufhalten lassen. Wenn man Interesse an dem Beruf hat, kann man diesen Weg genauso als Frau gehen.

