Transparenz, Partnerschaft, Verantwortung: Lindt & Sprüngli Austria setzt erstmals Book & Claim mit der Nagel-Group um
Nachhaltigkeit entsteht dort, wo Unternehmen bereit sind, gemeinsam neue Wege zu gehen. Mit Lindt & Sprüngli Austria haben wir nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: Als erster Kunde in Österreich bezieht Lindt & Sprüngli Austria CO₂-Einsparungen über dem Book & Claim Ansatz. Gemeinsam gehen wir damit einen Schritt, der zeigt, wie ambitionierte Ziele und partnerschaftliches Handeln zusammenwirken können.
Im Austausch mit Daniel Hainzer, Head of Logistics bei Lindt & Sprüngli Austria, wurde deutlich, wie konsequent das Unternehmen seine wissenschaftsbasierten Klimaziele verfolgt und gleichzeitig nach Lösungen sucht, um Emissionen entlang der Lieferkette transparenter zu gestalten. Besonders im Transportbereich spielt das Zusammenspiel aus Daten und Glaubwürdigkeit eine zentrale Rolle. Das Interview gibt Einblicke in diese Haltung und zeigt, wie Book & Claim als ergänzender Baustein eingesetzt werden, um transportbedingte Emissionen im Vergleich zu konventionellen fossilen Kraftstoffen wie Diesel zu reduzieren. Die Bewertung erfolgt dabei auf Basis eines Vergleichs mit herkömmlichen Transportlösungen innerhalb der Lindt‑&‑Sprüngli‑Logistik. Dabei handelt es sich um einen Mechanismus‑basierten Ansatz, bei dem verifizierte Emissionsreduktionen unabhängig vom physischen Transportweg bilanziell zugeordnet werden können.
Was war für Lindt & Sprüngli der Anlass, das Thema CO₂-Einsparungen über Book & Claim für 2025 anzugehen?
Lindt & Sprüngli hat sich wissenschaftsbasierte Klimaziele (Science-Based Targets) gesetzt, die im Einklang mit dem 1,5-Grad-Pfad stehen. Diese Ziele bilden den strategischen Rahmen für Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in Scope 1 und 2 sowie entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3).
Auch im Transportbereich prüfen wir kontinuierlich mögliche Ansätze zur Emissionsminderung. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen jedoch noch Einschränkungen hinsichtlich der direkten Zuordenbarkeit einzelner Maßnahmen, da Lindt & Sprüngli über keine eigene, dedizierte Fahrzeugflotte verfügt und Transporte überwiegend über externe Logistikpartner abgewickelt werden. Fortschritte werden regelmäßig gemessen, transparent berichtet und schrittweise in die Unternehmenssteuerung eingebunden.
Welche Rolle spielen emissionsärmere Logistiklösungen generell für Lindt & Sprüngli?
Ein wesentlicher Teil der Emissionen entsteht entlang der Lieferkette. Lindt & Sprüngli arbeitet mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette zusammen. Im Logistikbereich prüfen wir fortlaufend Optimierungsmöglichkeiten, etwa in der Routenplanung und Auslastung, sowie alternative Transportansätze –wo sinnvoll, alternativer Verkehrsträger, sofern diese nachweislich zu einer Reduktion von Emissionen beitragen.
Welche Rolle spielt der Transport in der CO₂-Bilanz Ihrer Produkte?
Der Transport zu Kunden und Endkonsumenten ist ein relevanter Emissionstreiber und macht rund 8 % der gesamten gruppenweiten Treibhausgasemissionen aus.
Gleichzeitig entstehen wesentliche Emissionen bereits in vorgelagerten Prozessen der Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund analysiert Lindt & Sprüngli gezielt Scope-3-Hebel im Produktions- und Logistikumfeld, um Emissionsquellen besser zu verstehen und schrittweise zu reduzieren.
Wie ist die Erwartungshaltung hinsichtlich Nachhaltigkeit Ihrer Endkonsumenten?
Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie von Lindt & Sprüngli. Gleichzeitig beobachten wir, dass Konsumenten zunehmend Transparenz in Bezug auf Herkunft und Umweltauswirkungen erwarten. Dem begegnen wir mit klar definierten Zielen, nachvollziehbarer Berichterstattung und einer sachlichen Kommunikation zu Umwelt- und Klimathemen.
Warum war es Ihnen wichtig, die Einsparungen direkt mit Aktivitäten in Traiskirchen zu verknüpfen?
Der Standort Traiskirchen spielt eine zentrale Rolle in der Auslieferung für den österreichischen Markt. Der Bezug zu konkreten Aktivitäten vor Ort ermöglicht es, Maßnahmen im Logistik‑ und Betriebsumfeld besser einzuordnen und ihre Wirkung nachvollziehbar darzustellen mit dem Anspruch, Emissionsminderungen so nah wie möglich an den eigenen operativen Tätigkeiten zu erzielen, im Einklang mit den Zielen unseres Nachhaltigkeitsplans 2030.
Welche Aspekte waren Ihnen in der Abstimmung wichtig (z.B. Transparenz, Nachvollziehbarkeit, klare Kommunikation)?
Für uns war es zunächst entscheidend, die zugrunde liegende Systematik des Book-&-Claim-Ansatzes zu verstehen und einzuordnen, welche Wirkung damit abgebildet werden kann. Ebenso wichtig war ein transparenter Bezug zu unserem Standort Traiskirchen sowie die Einbettung der Maßnahme in bestehende Transportströme. Darüber hinaus spielte die Abstimmung der Nachhaltigkeitsziele eine zentrale Rolle – insbesondere das Verständnis dafür, wie sich die Umwelt- und Klimaziele der Nagel-Group mit unseren eigenen Zielsetzungen decken.
Was bedeuten die 120 t CO₂, die 2025 adressiert werden, für Sie im Gesamtbild Ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten?
Die 120 t CO₂ im Jahr 2025 verstehen wir als einen ersten, abgegrenzten Beitrag im Bereich unserer Transportemissionen. Im Gesamtbild sind sie Teil eines Maßnahmenportfolios, das unterschiedliche Hebel entlang der Wertschöpfungskette adressiert. Neben der quantitativen Größe ist für uns insbesondere der Erkenntnisgewinn relevant, um weitere Potenziale im Transportbereich fundiert bewerten zu können.
Wie ordnen Sie Book & Claim für sich ein – Pilot, Baustein, Ergänzung?
Aktuell sehen wir Book & Claim als ergänzenden Ansatz, um Emissionen im Transportbereich transparenter darzustellen. Gleichzeitig verstehen wir dies Maßnahme als Übergangsschritt zur Skalierung emissionsarmer Transportlösungen und nicht als langfristigen Ersatz für strukturell wirksame Maßnahmen. Perspektivisch streben wir einen stärkeren direkten Zusammenhang zwischen eingesetzten Transportlösungen und Emissionsminderungen an.
Was ist aus Ihrer Sicht wichtig, damit Maßnahmen zur CO₂-Reduktion im Transport transparent und glaubwürdig kommuniziert werden?
Aus unserer Sicht ist es zentral, Wirkungszusammenhänge klar darzustellen und Einsparungen belastbar zu belegen. Entscheidend sind nachvollziehbare Daten, eine transparente Dokumentation und – wo möglich – eine externe Validierung. Nur so kann eine glaubwürdige und sachliche Kommunikation sichergestellt werden.
Welche Rolle kann eine emissionsärmere Logistik langfristig für Lindt & Sprüngli spielen?
Langfristig kann eine weiterentwickelte Logistik einen wichtigen Beitrag zur Emissionsreduktion leisten. Voraussetzung dafür sind geeignete, skalierbare Lösungen sowie eine enge Zusammenarbeit mit Partnern, um praktikable und überprüfbare Ansätze schrittweise umzusetzen.
Wo sehen Sie Potenziale, Nachhaltigkeit in der Lieferkette weiterzuentwickeln – ganz allgemein ohne Bindung an konkrete Zahlen? Spezifisch für die Lösung Book & Claim?
Entlang der Lieferkette sehen wir Ansatzpunkte zur systematischen Reduktion von Emissionen, etwa durch verbesserte Sendungskonsolidierung, die Berücksichtigung logistischer Effekte im Bestellverhalten sowie die Prüfung alternativer Belieferungskonzepte, sofern deren Wirkung belastbar nachgewiesen werden kann.
Im Kontext von Book & Claim verstehen wir den Ansatz als Instrument zur besseren Transparenz im Transportbereich. Entscheidend bleibt jedoch, dass solche Maßnahmen auf verlässlichen Daten basieren und langfristig in strukturell wirksamere Lösungen mit einem möglichst direkten physischen Bezug zu unseren tatsächlichen Auslieferungen überführt werden.
Die Zusammenarbeit mit Lindt & Sprüngli Austria zeigt, wie wichtig es ist, Emissionsreduktion im Transport nicht nur zu diskutieren, sondern konkret umzusetzen. Für unsere Kunden entsteht daraus ein klarer Mehrwert: Sie profitieren von Lösungen, die praktikabel sind, echte Fortschritte ermöglichen und sich transparent in bestehende Prozesse integrieren lassen.

