CellCube-Batteriespeicher am Nagel-Group-Standort Bochum sorgt für Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Prozesssicherheit

Gelebtes Umweltbewusstsein ist ein fester Bestandteil der Unternehmensethik der Nagel-Group. Dass diese Grundhaltung aber auch positiven Einfluss auf das Erreichen wirtschaftlicher Ziele nehmen kann, zeigt sich am Standort der Nagel-Group in Bochum. Um den selbst produzierten Strom der größten Dach-Photovoltaikanlage des Ruhrgebiets umfänglicher nutzbar zu machen, wurde die Infrastruktur vor Ort um ein wichtiges Element erweitert: Vanadium.

 Seit 2020 befindet sich auf den Dächern der Niederlassung eine PV-Anlage, die in Bezug auf Größe und Leistungsfähigkeit bis heute in der Region einzigartig ist. Rund 8.000 Module bedecken hier eine Fläche von 13.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Der Rasen des Bochumer Ruhrstadions ist mit gut 7.000 Quadratmetern nur etwas mehr als halb so groß. Die pro Jahr produzierten 2 Millionen Kilowattstunden würden ausreichen, um ca. 650 Einfamilienhäuser oder 1.500 Singlewohnungen mit Strom zu versorgen.

Wirklich vor Ort genutzt werden konnte er bislang aber nur teilweise. Während sich die Kühlanlage und die vollelektrischen Lkw bei Sonnenschein an der Energie bedienen konnten, war man nachts oder zu Lastspitzen weiterhin verstärkt auf externe Quellen angewiesen. Gleichzeitig wurde bei optimalen Wetterbedingungen mehr Strom produziert, als verbraucht werden konnte. Die Eigennutzungsquote lag im Schnitt bei rund 60 Prozent, der Rest musste ins Netz eingespeist werden.

CellCube-Batteriespeicher am Nagel-Group-Standort Bochum

Der am Standort Bochum installierte Redox-Flow-Batteriespeicher von CellCube ermöglicht in Kombination mit dem neuen Energiemanagementsystem die vollständige Eigennutzung des vor Ort produzierten Solarstroms und steigert so Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Prozesssicherheit der Nagel-Group.

Die Eigennutzungsquote wächst, der CO2-Fußabdruck schrumpft

Um für mehr Autonomie zu sorgen, sollte an der Niederlassung ein Batteriespeicher installiert werden. Die Herausforderung dabei: Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien sind in vielen Anwendungen nicht für parallele Lade- und Entladeprozesse optimiert. Ein großer Nachteil im täglichen Logistikgeschäft. Außerdem sind sie aufgrund des ressourcenintensiven Rohstoffabbaus sowie eines hohen Energieverbrauchs bei der Herstellung selbst alles andere als umweltfreundlich. Nach langer Recherche und umfassenden Gesprächen fand sich der perfekte Kooperationspartner für dieses Projekt in Österreich.

Das Unternehmen CellCube Energy Storage arbeitet vor den Toren Wiens seit mehr als 25 Jahren an einer neuen, leistungsfähigen Energiespeicherlösung. Die Funktion der sogenannten Redox-Flow-Batterien ist schnell erklärt: Als Speichermedium lagern Elektrolyte in zwei voneinander getrennten Tanks. In separaten Kreisläufen werden sie durch eine Zelle gepumpt, in der dann gespeicherte Energie bedarfsgerecht als elektrische Energie bereitgestellt wird. „Der von uns verwendete Vanadium-Elektrolyt wird aus Nebenprodukten der Stahlindustrie recycelt. Es ist nicht brennbar, wiederverwendbar und enthält keine seltenen Erden, was einen erheblichen Umweltvorteil gegenüber herkömmlichen Batteriesystemen darstellt.“, erklärt Christoph Stelzer, COO der CellCube Energy Storage GmbH, die Vorzüge der Vanadium-Flow-Technologie.

Dieser Aufbau hat aber noch weitere entscheidende Vorteile. Die Speicherkapazität hängt von der Größe der Tanks ab, während die Leistungsfähigkeit durch die Größe der Zelle bestimmt wird. Dadurch lassen sich Energie- und Leistungsbedarf unabhängig voneinander skalieren und exakt an die jeweiligen Anforderungen anpassen. Die Energie kann flexibel gespeichert und über eine Entladedauer von 4 bis mehr als 24 Stunden gezielt bereitgestellt werden. Dank einer Lebensdauer von rund 30 Jahren mit mehr als 30.000 Ladezyklen ist der Speicher somit ideal für den täglichen Einsatz an der Bochumer Niederlassung der Nagel-Group geeignet.

Vorausschauende Planung für maximale Effizienz

Dank des neuen Speichers, der die Infrastruktur seit Juli 2025 ergänzt, ist man dem Ziel der vollständigen Eigennutzung des vor Ort produzierten Stroms schon ein großes Stück nähergekommen. Eine Herausforderung blieb: „Durch den Batteriespeicher können wir die Stromaufnahme und -abgabe noch effizienter steuern“, schildert Sven Budde, Technischer Leiter der Nagel-Group am Standort Bochum. „Die Sonne scheint nicht immer über dem Ruhrgebiet und wir haben teils starke Lastschwankungen. Um Spitzen vorzubeugen, müssen wir vorausplanen können“, so Budde weiter. Gemeinsam mit CellCube und der Solar-E-Technik Hamm GmbH wurde deshalb eine Anwendung entwickelt, die genau das steuerbar macht.

Nach einer intensiven Entwicklungsphase startete das neue Energiemanagementsystem im Dezember 2025 in die ersten Tests. Und schon nach kurzer Zeit der Feinjustierung zeigte sich: Das Projekt ist ein voller Erfolg. Dank der neu gewonnenen Planbarkeit erreichten die Ingenieure das erklärte Ziel von 100-prozentiger Eigennutzung des vor Ort produzierten Ökostroms. Ein großer Erfolg für die Umwelt, der auch dem Unternehmen zugutekommt. Ein weiterer wichtiger Aspekt: In Extremfällen kann der Speicher als Notaggregat fungieren und Stromausfälle kompensieren. Ein Rettungsfallschirm, der in der Lebensmittellogistik von unschätzbarem Wert sein kann.

Ein Projekt mit Vorbildcharakter

„Die Logistik ist ein energieintensiver Wirtschaftszweig. Ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Strom ist nicht nur von hoher ökologischer, sondern auch von betriebswirtschaftlicher Bedeutung. Dank der neuen Redox-Flow-Batterie von CellCube ist die Nagel-Group dem strategischen Ziel der nachhaltigen Logistik einen großen Schritt nähergekommen“, erklärt André Pleines, Executive Director Real Estate der Nagel-Group.

Logisch also, dass der erfolgreiche Abschluss dieses Projektes weitere Maßnahmen nach sich zieht. Zum einen wird die PV-Dachanlage in Bochum aktuell bereits erweitert, wodurch die maximale Leistung nochmal um 1.200 Kilowatt steigt. Zum anderen soll das Erfolgsmodell aus dem Ruhrgebiet in Zukunft auch an anderen Standorten umgesetzt werden. Der Startschuss für Projekte an den Niederlassungen in Hamburg und Schweitenkirchen ist bereits gefallen. Eine Entwicklung, die durchaus auch als Signal verstanden werden darf. Denn Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit müssen sich nicht ausschließen. In vielen Fällen bedingen sie sogar einander.