40 Jahre Nagel-Group: eine Lebensreise durch Logistik, Service und Schadenprävention mit Egbert Bellscheidt

Mit einer vielseitigen beruflichen Laufbahn, die nach dem Abitur im Jahr 1977 begann, führte der Weg von Egbert Bellscheidt, Claims Prevention bei der Nagel-Group, in die Welt der Logistik und des Kundenservice. Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann und seinem Dienst in der Bundeswehr fand er ab dem 1. Januar 1982 seine berufliche Heimat bei Kraftverkehr Nagel in Dortmund im damals neu geschaffenen Kundenservice. Im Laufe der Jahre übernahm er verantwortungsvolle Positionen, darunter die Leitung des Service/Schaden-Bereichs, was ihn schließlich nach Versmold führte.

Nach mehr als 40 Jahren Betriebszugehörigkeit geht Egbert Bellscheidt nun in den wohlverdienten Ruhestand. In diesem Interview steht er Rede und Antwort, und teilt mit uns die faszinierende Entwicklung, die er bei der Nagel-Group durchlaufen hat. 

Sie haben mehr als 40 Jahre lang die Nagel-Group geprägt. Wie haben Sie diese bei der Nagel-Group erlebt und welche Schlüsselmomente haben Ihren beruflichen Werdegang geprägt?

Die Begegnung mit den Herren Kurt Nagel sen. und jun. bleibt für mich ein besonders eindrucksvolles Kapitel meiner beruflichen Reise. Zu der Zeit, als ich in Versmold tätig war, existierte noch keine klare Abgrenzung zwischen Niederlassung und Zentralverwaltung. Doch mit der späteren strukturellen Trennung dieser Bereiche entschied ich mich bewusst für die Niederlassung. Ein Höhepunkt dieser Zeit war zweifellos meine Beteiligung an der Organisation des Umzugs in die moderne Anlage in Borgholzhausen im Jahr 2007.

Im Jahr 2010 verspürte ich erneut den Drang nach Veränderung und wechselte in das zentrale Qualitätsmanagement. Interessanterweise führte mich mein Weg schnell zurück zum Thema Schäden und Schadenprävention, das für mich eine kontinuierliche faszinierende Herausforderung darstellte. Zwischenzeitlich übernahm ich auch im zentralen Kundenservice Verantwortung, doch das Thema Schäden rückte für mich später erneut in den Fokus – eine Entwicklung, die meine berufliche Reise auf faszinierende Weise geprägt hat.

Ihr erster Arbeitstag liegt bereits eine Weile zurück. Können Sie sich noch an diesen Tag erinnern und wie würden Sie ihn beschreiben?

Am ersten Tag meiner Arbeit fand ich mich in einer männlich geprägten Atmosphäre wieder, die dem Motto „rauh, aber herzlich“ folgte. Als ich einen meiner Kollegen nach dem Unterschied zwischen Retouren-Lieferscheinen und den „normalen“ Lieferscheinen in einem Stapel von Papieren fragte, erhielt ich die recht knappe Antwort: „Das sieht man!“ Obwohl diese Kollegen für ihren rustikalen Humor bekannt waren, zeigten sie sich von Anfang an unterstützend, sobald es um konkrete Probleme ging.

In den 40 Jahren, die Sie bei der Nagel-Group tätig waren, haben Sie sicherlich zahlreiche Veränderungen miterlebt. Wie haben Sie die Entwicklung des Unternehmens in dieser Zeit wahrgenommen?

Das rasante Wachstum zeigte sich nicht nur durch neue Niederlassungen, sondern auch bei dem Sendungsvolumen. Mehr und mehr Kunden entschieden sich für die Nagel-Group und Bestandskunden trennten sich vom kostspieligen Werkverkehr. Entsprechend wechselten die Namen der Ansprechpartner bei Kunden und Mitarbeitenden in Niederlassungen. Anfangs war die Zusammenarbeit persönlicher, geprägt von Höhen und Tiefen. Jeder kannte eine Vielzahl von Telefonnummern von Kunden, Warenannahmen und Kolleginnen/Kollegen im Schlaf.

Parallel zu diesem Wachstum stieg der Bedarf an IT-Lösungen. In den Anfängen lösten wir diese Anforderungen selbst durch den Einsatz von Datenbanken, zunächst dBase und später ACCESS. Ein Beispiel dafür war ein von mir entwickeltes Programm für die Disposition, das es ermöglichte, Frachtbriefe abends zu drucken – eine Aufgabe, die zuvor mühsam per Schreibmaschine erledigt wurde.

Das lang erwartete und von den Niederlassungen vehement geforderte Scanning hat viele mit der Tatsache überrascht, dass solche IT-Lösungen eben auch Prozesstreue und ein Mindestmaß an Sorgfalt voraussetzen. Es wurde deutlich, dass Mitarbeiter aktiv eingebunden werden müssen und die Ergebnisse des Scanprozesses einsehen sollten, um dauerhaftkorrekten Status zu setzen.

Auch Sie haben sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Wie sah Ihre Entwicklung aus? Wie haben Sie Ihre berufliche Entwicklung vorangetrieben?

Eine entscheidende Etappe war das Jahr 1996, in dem ich mich dazu entschloss, parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit die IHK-Prüfung zum Verkehrsfachwirt abzulegen. Diese berufsbegleitende Fortbildung ermöglichte es mir, mein Fachwissen zu vertiefen und meine Qualifikationen im Bereich Verkehr und Logistik zu erweitern. Die erworbenen Kenntnisse trugen nicht nur dazu bei, meine berufliche Kompetenz zu festigen, sondern ebneten auch den Weg für neue Verantwortungsbereiche und Karrieremöglichkeiten.

Es ist heutzutage eher ungewöhnlich, dass Mitarbeitende über einen so langen Zeitraum einem Unternehmen treu bleiben. Was waren für Sie die ausschlaggebenden Gründe, dass Sie sich über viele Jahre hinweg entschieden haben, Teil der Nagel-Group zu bleiben?

Die Gemeinschaft mit langjährigen Wegbegleitern war für mich eine kostbare Erfahrung, geprägt von täglichen kleinen Sprüchen und Neckereien, die dazu beitrugen, sämtliche Herausforderungen des Arbeitsalltags zu verschönern. Die Atmosphäre des Miteinanders, getragen von einer gemeinsamen Historie, schuf eine Verbindung, die weit über die beruflichen Herausforderungen hinausreichte.

Ein weiterer Aspekt, der meinen Berufsalltag besonders gestaltete, war die permanente Abwechslung. Das stetige Wachstum des Unternehmens erforderte kontinuierliche Anpassungen. Die Vielfalt in meiner beruflichen Laufbahn spiegelt sich in dieser ständigen Anpassungsbereitschaft wider. Es sind nicht nur die sich wandelnden Umgebungen und Gesichter, sondern auch die neuen Herausforderungen, die mit jedem Wachstumsschub einhergehen. Kein Tag gleicht dem anderen, und Routinen sind rar gesät. Jeder Tag birgt neue Überraschungen, neue Gesichter und unvorhersehbare Aufgaben – ein Aspekt, der meine berufliche Reise sowohl spannend als auch lehrreich gestaltet hat.

Wir möchten Egbert Bellscheidt für seine über 40 Jahre währende Hingabe und seine bedeutenden Beiträge zur Nagel-Group herzlich danken. Seine vielseitige berufliche Reise, gespickt mit faszinierenden Erfahrungen und Entwicklungen, wird zweifellos eine inspirierende Erinnerung für uns alle bleiben. Wir wünschen Herrn Bellscheidt für seinen wohlverdienten Ruhestand alles Gute, Gesundheit und viele erfüllende Momente in den kommenden Jahren.